Three Weeks in D.C.

Die ersten Eindrücke in unserem neuen zu Hause

Wir sind nun schon drei Wochen in Washington D.C. und auch schon mehrmals „umgezogen“. Die Stadt ist im Verhältnis zu Berlin recht klein und zu Fuß sehr gut zu erkunden. Auch wenn es mit den Kindern etwas schwerer ist. Es gibt so vieles zu entdecken und es ist auch einiges ganz anders, als man es von zu Hause kennt. Angefangen beim Wetter über Supermärkte und Preise bis zum Thema Wohnen und Mieten, irgendwie ist alles anders.

Was habe ich bisher über die Stadt gelernt?

Erst einmal gibt es über Washington D.C. ein bisschen zu erzählen. Die Stadt ist die einzige in den USA, die keinem Bundesstaat angehörig ist sondern einen District bildet. District of Columbia, daher das Kürzel D.C. Ebenso und für mich und viele andere sicherlich auch sehr komisch, ist Washington D.C. die einzige Stadt, die nicht ihren Kongress wählen darf. Grund dafür ist die Vergangenheit, in der in Washington überwiegend nur Regierungsbeamte lebten. Es gab versuche dies zu ändern aber diese sind bisher immer gescheitert. Bekannt ist aber, dass die Menschen in D.C. zu 90% die Demokraten wählen. Ich bin jetzt schon gespannt, weiteres über die Geschichte Amerikas und Washington zu lernen, sollten unsere Kinder hier zur Schule gehen. Washington ist eine sehr kulturelle Stadt. Es gibt viele Museen, besonders beliebt das Smithonian an der National Mall gelegen. Das Smithonian ist das Größte Museum bzw. ein Verbund von thematischen Museen in ganz Amerika. Was ich wirklich beeindruckend finde, die meisten Museen sind umsonst! Kunst und Kultur soll hier für alle zugänglich und kein Privileg sein. Man findet in Washington sehr viele Denkmäler, hauptsächlich alle auch im Bereich der National Mall zu finden. Das Washington Monument, das Lincoln Memorial, der Reflecting Pool, World War II Memorial, D.C. War Memorial, Martin Luther King Memorial und das Korean War Veterans Memorial sind die Bekanntesten. Einige haben wir schon gesehen, viele sind noch offen. Aber wir haben ja Zeit! Und ich freue mich schon drauf, viele zu verschiedesten Jahreszeiten zu sehen.

Und nun zum Wetter

Zum Wetter gibt es nicht so viel zu sagen. Es ist insgesamt wärmer hier. Washington liegt auf der Höhe vom Gardasee und ist nah am Atlantik gelegen, mit dem kleinen Bundesstaat Delaware dazwischen. In den drei Wochen, die wir schon hier sind, hatten wir meistens Temperarturen von bis zu 20 Grad Celsius mit hoher Luftfeuchtigkeit und einen Schneesturm namens Frida, der uns extrem hohen Schnee gebracht hat und es jetzt grade schwierig macht, Erledigungen zu machen, da man den Buggy nicht über den Schnee bekommt, es super rutschig ist und hier nicht wirklich Räumdienst vorhanden ist. Aber es ist nicht wirklich kalt. Ein bisschen unter 0 Grad Celsius, kein Wind, sehr angenehm sich draußen aufzuhalten.

Wo wohnen wir eigentlich?

Direkt nach unserer Ankunft in D.C. haben wir uns für ein paar Tage in einem Homewood Apartment by Hilton einquartiert. Ursprünglich wollten wir uns gleich ein AirBnB mieten aber über die Holiday Season leider etwas teurer und viel ausgebucht. So klein dieses Apartment auch war, für die erste Zeit hat es gereicht. Wer jetzt denkt, ein Apartment wäre doch schon was, es war halt nicht viel größer als ein normales Hotelzimmer, hatte dafür aber eine kleine Küche. Mit zwei Kindern und einem großen Hund schon eine Herausforderung. Dafür war aber das Frühstück inklusive. Kurz nach dem Jahreswechsel sind wir dann in ein etwas größeres dafür aber dunkles AirBnB Kellerapartment gezogen. Die meisten bezahlbaren AirBnB’s sind im Keller. Es ist allgemein üblich, das die Häuser ein Kellerapartment haben und sich somit ein Haus mit jemandem geteilt wird. Jedes Apartment hat natürlich einen eigenen Zugang, einen eigenen kleinen oder großen Garten, man sieht den Nachbarn also eher selten. Auf Dauer wäre das absolut nichts für mich. Es ist kaum zu erkennen, was für ein Wetter draußen ist. Wir hatten ein Fenster zu einem kleinen Hinterhof, umgeben von anderen Häusern und Mauern, daher erkennt man nur, ob es hell oder dunkel ist. Zudem gibt es das für mich absolute no-way-I’m-out-of-here Problem mit Küchenschaben oder auch Kakerlaken im Volksmund genannt. Zu meinem Glück ist mir schon nach vier Nächten, eines Abends, Nils war grade in Las Vegas arbeiten, die erste dicke, hässliche Kakerlake in der Küche über meine eben frisch gebackenen Cookies gekrabbelt! Es war schon Zeit die Kinder ins Bett zu bringen, was mir absolut nicht mehr möglich war, der Ekel war einfach zu groß. Ich habe den Versuch gestartet, sie einzufangen bzw. eine Schüssel drauf zu stellen aber diese Dinger sind wirklich schnell. Ruck zuck war sie unter der Schlafcouch, gleichzeitig Bett der Kinder, verschwunden und ich habe in windeseile die nötigsten Sachen gepackt und bin raus.

Nach einem langen und anstrengendem Telefonat mit reservations.com habe ich ein passendes und bezahlbares Hotel (Petfee/Haustiergebühr ist oft teurer als das Zimmer selber) gefunden, was wir fußläufig erreichen konnten. Denn, in Washington D.C. dürfen Hunde nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln mitgenommen werden. Weder Bus noch Bahn noch Metro. Auch im Uber ohne Hundetransportbox nicht möglich. Also gute 45 Minuten später konnten wir einchecken und sind recht schnell, denn es war schon spät, eingeschlafen. Wir haben natürlich den Vermieter des AirBnB kontaktiert, der konnte uns aber nur mit einem Termin eines Kammerjägers in 2 Werktagen vertrösten. Auf die Frage, ob wir bitte abbrechen und das schon bezahlte Geld für die restlichen 3 Wochen zurück haben können, folgte leider ein nein, auch er müsse ja seine Miete zahlen. Dank AirBnB Kundenservice und meinem ersten Instink diesen Vorfall per Video festzuhalten, haben wir ganz schnell unser Geld bekommen und durften offiziell auschecken. Nils hat im Übrigen auch versucht das Tier zu fangen, hat es aber auch nicht geschafft, dafür aber ein Loch gefunden, wo es drin verschwunden ist. Und wo eine Kakerlake ist, sind mehrere.

Zwei Tage nach dem Vorfall sind wir in ein neues AirBnB gezogen. Diesmal kein Keller! Es ist ebenerdig, hat Tageslicht, viele Fenster und ist einfach nur schön. Gleich gegenüber gibt es einen riesigen und tollen Spielplatz (amerikanische Spielplätze sind einfach perfekt) worüber sich hier alle riesig freuen. So stressig diese ganze Sache war und so viele Zweifel das alles ausgelöst hat, wie man denn nun richtig handelt und ob man das geldtechnisch alles stemmen kann, bin ich froh nun für den restlichen Januar hier zu sein.

Und wie geht es weiter?

Die Suche nach einer eigenen Bleibe ist im Gange, zwei Häuser wurden besichtigt, ein weiterer Termin steht bevor, viele Bewerbungen sind getätigt. Am Ende entscheidet immer der Vermieter, wen er einziehen lässt und die Konkurrenz ist groß. Im Februar kommen unsere zwei Liftvans voll Sachen an, dann hoffen wir ein Haus zu haben. Sollte es nicht mit einem schönen Townhouse klappen, ein Apartment tut es auch. Hauptsache schön weit oben, ohne Kakerlaken.

Vorherigen Beitrag

Sandman – das berüchtigtste Comic-Epos aller Zeiten?

Nächsten Beitrag

Retro aber immer noch in – diese Spiele werden nicht alt!

Annegret Hünerfürst

Geboren in der selben Woche, in der die erste Website online kam - gelernte Diätassistentin und Mutter von zwei Kindern

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.