Batman: One Bad Day – Bane

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Batman One Bad Day Bane Cover

In diesem Teil „Batman: One Bad Day – Bane“ der DC Comics Serie dürfen wir in die Gedankenwelt des Bane eintauchen. Geführt von Joshua Williamson und Howard Porter, die gemeinsam bereits „Flash: Das Erste Jahr“ gestaltet haben erleben erleben wir eine nahe Zukunft des Erzfeindes Batmans. Wie auch in den anderen Comics, die alle als Hardcover-Albumformat bei Panini erscheinen, vertiefen wir uns in die Gedanken, Probleme und vor allem den einen besonders schlechten Tag. Dieser, so zumindest dem Joker in „The Killing Joke“ zu Folge, würd ausreichen, um einen Menschen verrückt werden zu lassen. Ob man nun in diesem Comic von einem Tag reden kann, ist im Falle Banes eher fraglich. Es scheinen zu viele dieser schlechten Tage daran beteiligt, dass aus ihm der Rückbrecher Batmans wurde.

„Break the Bat“

Copyright: Panini

In einer nicht weit entfernten Zukunft startet dieser Comic mit Bane als Wrestler. Seine Superschurkentage liegen weit hinter ihm. Er lebt zurückgezogen und gesellschaftlich isoliert in seinem Schloss und betreibt eine erfolgreiche Karriere als Show-Kämpfer. Dabei spielen er und seine Wrestlerkollegen den einen denkwürdigen Tag immer und immer wieder durch. Natürlich ist die Rede von dem Tag, als Bane Batman das Rückgrat brach. Zugleich sein wohl ikonischster Moment in der Geschichte des Batman-Kosmos, sowohl sein größtes Trauma. Denn wie sich im Folgenden herausstellen wird, sühnt er eine Taten und trägt dieses Ereignis auf seinen breiten Schultern als schwere Schuld.

Alles soll sich ändern als ein verzweifelter junger Mann in sein Anwesen einbricht, um Bane zu bestehlen. Wie sich herausstellt hat der sich als Drogendealer verdingende Kerl Informationen zu einer Substanz, die den Titelhelden sofort aufschrecken lässt. Die Superdroge Venom ist wieder im Umlauf. Jene Substanz machte Bane einst zu dem Muskelberg, der unter dem Einfluss fast seine Menschlichkeit und Verstand verlor. Er sieht es in seiner Verantwortung die Produktion sofort zu stoppen. Gemeinsam brechen sie auf nach Texas, um dort das Labor kurz und klein zu schlagen.

Auf dem Weg dorthin berichtet Bane von seiner Geschichte mit der Superdroge Venom. Überraschend dabei ist, dass er eine lange Zeit mit Batman kooperierte, um Herr der Lage zu werden und ein für allemal dafür zu sorgen, dass niemand Weiteres das Schicksal des Bane durchleben muss. Jene unerwartete Zweckpartnerschaft zwischen Opfer und Peiniger, Batman und Bane, fördert ebenso unerwartete Aspekte einer Beziehung zu Tage. Die Art diese Beziehung zu schildern, ihr Authentizität zu geben und sich als wahrhaftige Option im Laufe der Geschichte Batmans zu schreiben, ist die große Qualität dieses Comics.

Rau und grob

Copyright: Panini

Ganz dem Sujet angepasst zeichnete Howard Porter eine grobschlächtige Version, mit vielen, den Eindruck des faserigen Muskelprotz verstärkenden, Schraffuren und Details in jedem Bild. Bereits das Cover gibt einem einen treffenden Eindruck dessen, was im Comic zu erwarten ist. Die Proportionen Banes sind überdimensional und stark überzeichnet. Allerdings ergeben die Zeichnungen, seien sie teilweise sehr skizzenartig oder auch überzeichnet, in dieser Ausgabe der Reihe restlos Sinn. Bane steht für die Grobheit, die Gewalt, das Hässliche des Menschsein. Eben dann mit dem sehr reflektierten Menschen hinter der Maske konfrontiert zu werden, macht den Reiz dieses Comics aus.

Auch auffällig sind die Methoden der Schattierung und Kolorierung. Eine Mischung aus klassischer Rasterfolie, die sofort Gedanken an die Comics der frühen Phase weckt, und der überaus mehrdimensionalen und kunstvollen Farbgebung durch Tomeu Morey geben diesem Werk ihren ganz eigenen Charme. Die Minimierung auf ein sehr enges Farbspektrum im bräunlich-gelben Bereich liegen, werden von starken Grün- und Rottönen zerrissen, ebenso wie es das Cover andeutet. Nur wenige Szenen zeigen eine Blaudominanz. Es sollte wohl klar sein, wer darin die dominierende Figur ist.

Batman One Bad Day Bane Cover
Exemplarisch und überzeugend
„Batman: One Bad Day - Bane“ macht alles richtig und ist ein sehr gutes Beispiel für die Eigenständigkeit und das Konzept dieser Reihe. Die darin gezeigten Charaktermomente, die interessanten Alternativen zum Konsens der Batman-Historie, die Illustrationen und die aus allem gezogenen Schluss bilden eine schlüssige und runde Kurzgeschichte. Über das Ende ließe sich streiten, sei es zu kitschig, zu übers Knie gebrochen oder doch irgendwie passend. Nichtsdestotrotz ist dieser Comic ein Paradebeispiel für die Gründe sich in die Schurkenwelt Batmans einzugraben. Es sind wirklich spannende Figuren, die jeder eine eigene Geschichte wert sind zu erzählen.
Pro
fantastisch atmosphärische Zeichnungen
überraschende Charaktermomente
Kontra
recht kitschiges Ende
8

Lars Hünerfürst

Minimalistisch und musikalischer Comic Enthusiast - lief zu Fuß von Berlin nach Paris.

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