South of the Circle – Unausgewogenes Adventure ohne „Ende“

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Ende 2020 kam das interaktive Spiel exklusiv für Apple Arcade auf den Markt. Als Flaggschiff sollte es das Abo-Modell von Apple anfeuern. Einen Monat nach dem Start kam der szenische Blockbuster für iOS heraus. Direkt hatte ich mir diesen minimalen Augenschmaus auf die „Zu-Spielen“ Liste gesetzt und als ein erstes gratis Angebot für Apple Arcade kam, hatte ich mir South of the Circle zusammen mit einigen anderen Titeln auf mein iPad heruntergeladen.

Doch irgendwie raste die Zeit der Probezeitraum an mir vorbei und das Spiel blieb ungeöffnet auf meinem iPad. Zwei Jahre später lief der Deal des exklusiven Vertriebes aus und nun konnte Entwickler State of Play auch auf anderen Plattformen landen. Auf jeder aktuellen Konsole kann man es nun erwerben und ich entschied mich für die Nintendo Switch. Warum gerade auf einer der schwächsten Konsolen? Einfach aus Gründen der Mobilität.

South of the Circle auf Nintendo Switch

Einmal bezahlt und halbwegs flüssig konnte man es auf dem alten Knochen aus dem Hause Nintendo durchspielen. In South of the Circle verfolgen wir einen Professor auf seinen Weg der Klimaforschung. Zwei parallel erzählte Stränge aus kleinen Vignetten verfolgen wir als Spieler. Der Stil erinnerte mich an das Ölgemälde Nighthawks von Edward Hopper.

Drei Spielsessions brauchte es, damit der Abspann rollte. Die herausragenden Sprecher der einzelnen Rollen waren nicht für die etwas schleppende Erzählung verantwortlich. Der perfekte Soundtrack war es auch nicht. Ich würde sagen, dass es der verlorene Fokus auf die eigentliche Geschichte war, der dem Ende eine zähe Dickflüssigkeit gab. Hinzu kommt noch, dass ich mit dem Ende überhaupt nicht zufrieden war. Es fühlte sich so an, als würde kein Ende existieren. Vielleicht ärgere ich mich auch einfach nur darüber, weil ich selbst so stark in das Spiel investiert war. In den ersten Spielminuten erwägt South of the Circle den Eindruck, eine bahnbrechende Spielererfahrung zu werden, doch der Abstieg der Qualität ist steil.

Das simple Knöpfchen drücken, welches eine einzigartige Spielererfahrung vorgaukeln soll, hilft leider auch nicht das, dass Spiel nicht mehr außer heiße Luft bleibt. Viele Chancen wurden vertan. Die wenigen besonderen Gameplay Elemente wie das drehen am Radio oder dem Funkgerät, werden häufig wiederholt. Die zwei Erzählstränge laufen aufeinander zu, ohne das sie wirklich kollidieren und dem wirklich gut komponierten Soundtrack eine geeignete Bühne bieten.

Nils Hünerfürst

Männlich - 30 Jahre alt - Mediengestalter für Bild und Ton - und Hünerfürst ist mein Nachname

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