Tee des Monats – China Pu Erh Mini Tuo Cha

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Dieser handlich zu portionierende Tee des Monats bietet einen kompakten Einblick in die Sphäre des Pu Erh. Der „Pu Erh Mini Tuo Cha“ kommt ganz seiner Sorte gemäß in gepresster Form daher. Nur erscheint diese Miniaturversion des in China überaus beliebten gereiften Tees nicht wie sonst üblich in 200 bis 300 Gramm großen „Teekuchen“. Üblicherweise erhält man Pu Erh in 15-25 Zentimeter großen zu Kreisen gepresste Platten. Natürlich gibt es auch viele Sorten lose und nicht gepresst. Diese putzige, sich äußerst gut als Geschenk eignende Version erhält man im Dresdner Teewald. Doch Warum überhaupt Pressen und was hat es mit der Reifung auf sich?

Pu Erh – eine eigene Welt des Tees

Es heißt, dass diese Art der Teeproduktion weit an die 1700 Jahre alt sei. Selbstredend stammt dieser Tee aus dem Land des Tees, China. Genauer gesagt gibt es eine spezielle Region in der Provinz Yunnan im Südwesten des Landes, von wo der echte Pu Erh herkommt. Das Besondere an dieser Art Tee ist, dass dies eins der einzigen Produkte aus der Pflanze Camellia Sinensis ist, die nicht bis auf knapp über 80 Grad Celsius erhitzt wird. Das Ergebnis dieser schonenden, meist bis kurz über 40 Grad reichenden, Behandlung ist der Erhalt der Mikrobakterien. Dieser Tee lebt und wird gelagert wie Käse oder Wein.

Nach der Produktion, also Pflückung, Sortieren, Schneiden, Welken, Kneten oder Pressen (Zellen der Blätter aufbrechen), Erhitzen und Pressen werden die Teekuchen in konstant feuchte Keller gelegt und beginnen dort ihren Fermentationsprozess. Ja genau, Fermentation, also Verarbeitung von vorhandenem Zucker und anderen Nährstoffquellen durch die Mikrobakterien und durch ausstoßen von Gasen einer kontrollierten Gärung. Nun gibt es nicht nur diese stark gereifte Art des Pu Erh. Diese dunkle, an Schwarztee erinnernde Sorte wird dem „Shou Pu Erh“, also alten Pu Erh, zugeordnet. Der „Sheng Pu Erh“ ist demnach der junge Pu Erh und zeigt sich auch fast immer in heller, grünlich-bräunlicher Blattfarbe. Die Geschmacksrichtungen, die dabei entstehen können unterschiedlicher nicht sein.

Woher kommt der Tee?

Wie bereitet man diesen Tee zu?

China Tuo Mini Pu Erh Yixing Schale

Da dieser stark gereifte Pu Erh seine Aromen vollumfänglich nur schwer löst, empfiehlt sich das Aufbrühen mit einer höheren Temperatur. Meist eignet sich gut abgekochtes, beziehungsweise weiches Wasser, das je nach Ziehzeit bis zu fünf oder sechs Mal dem Tee Geschmack entlocken kann. Dafür lohnt es sich den Tee für nur wenige Sekunden mit heißen Wasser „zu waschen“. Der zweite Aufguss wird dann getrunken und muss nur 15-30 Sekunden ziehen, bevor man sich bereits eine Schale voller Aromen füllen kann. Zur besseren Vorbereitung des Aufbrühens kann man die Mini Teekuchen mit den Fingern vorsichtig zerdrücken und so ein schnelleres Verteilen des Geschmacks ermöglichen. Ganz stilecht bereitet man diesen Tee in einer Yixing Tonkanne zu.

Dieser Tee hat wirklich überraschende, sehr kräftige Noten. Am präsentesten ist eine holzig, erdig und an Algen erinnernde Note, wobei sich diese „fischige“ Nuance schnell einer nussig, blumigen und etwas rauchigen Nuance unterordnet. Die extrem intensive rot-braune Farbe in der Tasse überrascht, wenn man den ersten Aufguss als Waschung des Tees betrachtet immens. Da der Tee keine Feuchtigkeit mehr ziehen muss, sondern maximalen Geschmack abgeben kann, explodieren einem auch fast die Geschmacksknospen.

Wohl bekomm‘s

Lars Hünerfürst

Minimalistisch und musikalischer Comic Enthusiast - lief zu Fuß von Berlin nach Paris.

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