Tee des Monats – Japan Bio Shincha Kyushu

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Wieder einmal kommt dieser Tee des Monats aus Japan. Der Bio Shincha stammt von der drittgrößten Hauptinsel Kyushu, welche dem südkoreanischen Festland am nächsten ist. Das subtropische Klima und die für Japan typische Gebirgslandschaft bietet vielerlei Möglichkeiten der landwirtschaftlichen Nutzung. Nicht verwunderlich, dass die Provinz Miyazaki (an der Ostküste der Insel Kyushu) eine der Top-Produzenten für hochklassigen Tee gilt. Die auf der Insel hergestellten Tees sind fruchtig, blumig und facettenreich im Geschmack. Diesem Einblick durfte ich dank einer Probebereitstellung des Teehaus Borsigturm zuteil werden.

Eine Region und viele Geschmäcker

Die Bandbreite der Aromen und Facetten, die die Tees von der Insel Kyushu bieten sind sehr groß. Zumal es so viele verschiedene Wege gibt das Teeblatt im Weiteren zu bearbeiten. In Japan üblich wird der grüne Tee nach dem Ernten gedämpft. Vergleichsweise schwenkt man die noch rohen Teeblätter in China in überdimensionalen Woks, um die Oxidation zu unterbinden. Durch das Dämpfen jedoch erhält man die für japanische Tees so gern gesehene kräftige grüne Blattfarbe. Danach knetet man die Blätter. Dies bricht die Zellwände auf und verringert den Wassergehalt im Blatt. Anschließend wird der Tee bei konstanter Temperatur getrocknet. Fertig ist also der Tee, nein! Es ist noch „nur Rohtee“, also unverfeinert. Nun selektieren, schneiden, trennen und sortieren die Teemeister noch einmal. Hier entscheidet sich letztlich wie fein oder grob ein Tee sein wird.

Dieser Bio Shincha ist sehr fein und dunkel vor dem Aufguss. Die kräftige und helle grüne Farbe ergibt sich daraus, dass man bei diesem Tee nur die obersten drei Blättchen erntet. Außerdem bedeutet Shincha so viel wie die „erste Ernte“, was den besonders fruchtigen und leichten Geschmack dieses Tees erklärt. Ebenso sind die grasigen und vollmundigen Aromen in diesem Tee zu finden.

Wie zubereiten?

Vor allem bei solchen Premium-Teesorten empfehlen sich filtriertes Wasser und Thermometer oder ein Wasserkocher mit Temperatureingabe. Schon der erste Aufguss (mit knapp 70° Celsius warmem Wasser) dieses japanischen „First Flush“ ergibt eine prächtige Farbe in der Tasse. Strahlend grünlich und sanft im Geruch. Ab dem zweiten beziehungsweise dritten Aufguss kommen dann alle Aromen richtig zur Geltung. Es herrscht eine leicht würzige, ja fast spinatartige Note vor, die von einer vollmundigen Süße und Frische komplementiert werden.

Es ist eine wahre Freude diesen Tee zu trinken und zu riechen. Natürlich besonders schön anzusehen in einem Gaiwan oder der stilechten Kyusu Teekanne aus Ton. Diese werden von japanischen Teeliebhabern als die einzig wahre Form des Aufgusses hochgehalten. Sie sollen mit ihrem speziellen offenporigen Ton die vorhandenen Aromen nochmals aufwerten.

Generell gilt: bei grünem oder weißem Tee empfiehlt sich der schnelle Verzehr. Sie verlieren, wenn nicht kühl und luftdicht gelagert, doch relativ zügig ihre feinen Nuancen.

Wohl bekomm’s

Lars Hünerfürst

Minimalistisch und musikalischer Comic Enthusiast - lief zu Fuß von Berlin nach Paris

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