The Offer – Selbstbeweihräucherung aus erster Hand

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Im April 2022 hatte Paramount die eigene Entstehungsgeschichte zu The Godfather als Serienformat auf der eigenen Streaming-Plattform Paramount+ veröffentlicht. Miles Teller spielt den Produzenten Albert S. Ruddy der damals den Auftrag bekommen hat, das Buch von Mario Puzo zu verfilmen. Der nächste große Hit soll es für Paramount werden, doch die echten Gangster fühlten sich angegriffen und weigerten sich, mit solchen Stigmata abgebildet zu werden.

Das ist unterhaltsames Fernsehen!

Aus den Erfahrungen von Albert S. Ruddy wurde diese überdramatisierte Serie entwickelt, bei dem sich die Paramount Studios selber sehr bedeckt halten. So auch ein Teil der Besetzung. Einige Rollen wurden gecastet, Schauspieler besetzt, Schauspieler macht seine Arbeit und geht nach Hause. Oft sind auch die wenigen existierenden Nebenrollen weitestgehend langweilig und nur relevant durch den zu überliefernden Kontext. Dennoch hat alles eine angenehme Geschwindigkeit und jede Folge kriegt einen glaubwürdigen Cliff-Hangar.

Ein großer Produktionsanteil an The Offer gehört den visuellen Effekten. Es gibt kaum eine Außenlocation ohne den nachträglich hinzugefügten Hintergrund. Nun habe ich neulich Annegret ein wenig beim Mad Men schauen über die Schulter geschaut und war überrascht, wie oft die Serie es gemieden hatte, die Handlung an Außenstandorten spielen zu lassen.

The Offer geht oft auf Zeitreise und setzt die sehr übertriebene Garderobe vor einen passenden Hintergrund, sodass beides in Kombination gut zueinander passt. Die Reise durch die längst vergessenen Jahre von Hollywood wurde mir authentisch aufgesetzt und das hat einem echt Spaß gemacht beim Zuschauen.

Fiktionale Realität? Ja oder Nein?

So wirklich interessant wird es aber bei der Frage, wie viel Fiktion ist nun drin? Das Drehbuch zur Serie bleibt sich selbst über den zehn Episoden sehr treu. Ob nun die Rolle von Francis Ford Coppola, gespielt von Dan Fogler, mir nur bekannt, aus dem Harry Potter Spin-off Filmen, wirklich solch ein Film Narr gewesen war? Keine Ahnung! Aber mehr Background-Geschichten gibt es in der „The Godfather“-Episode von The Rewatchables.

Ob dir nun eine TV-Show, die aus der Sicht des Produzenten die Entstehungsgeschichte des eigenen Filmprojektes namens „The Godfather“ gefällt? Kann ich dir nicht sagen. Ich mag die gesamte Trilogie und auch Al Pacino. Ich mag The Offer und hatte bei jeder Folge verdammt viel Spaß. Ich würde dennoch vermuten, dass Cineasten mehr Freude an den insgesamt 965 Minuten haben werden.

Nils Hünerfürst

Männlich - 31 Jahre alt - Mediengestalter für Bild und Ton - und Hünerfürst ist mein Nachname.

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