A.X.E. Tag der Entscheidung Sonderband – Tod allen Mutanten

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Das Superhelden-Universum ist erheblich größer, als man es auf den ersten Blick vermuten mag. Viele der Figuren, die bisher in dritter und vierter Reihe agierten, finden nun durch die Filme des MCU ihren Platz im Mainstream. Die Eternals haben leider einen unterdurchschnittlichen Film erhalten, wenn sie auch als Comic-Figuren nicht gerade uninteressant sind. Seit der Erscheinung des Films läuft eine neue Serie, geschrieben von Kieron Gillen. Dieser Autor ist nun auch federführend dieses aktuellen Marvel-Events und im Speziellen dieser Spezialausgabe „A.X.E. Tag der Entscheidung – Tod allen Mutanten“. Als zusätzliche Autorin fügte Alyssa Wong ein Heft zu diesem bei Panini erschienenen Paperback hinzu.

Die Riege der Zeichner ist groß. Nahezu jedes Heft wird von einem anderen Team von Künstlern illustriert. Mit dabei sind: Marika Cresta, Daniele di Nicuolo, Pasqual Ferry, Francesco Mobili, Federico Vincentini, Guiu Vilanova und Michael Yg. Das Team der Koloristen besteht aus Erick Arciniega, Alex Guimarães, Matt Hollingsworth, Dijjo Lima, Frank Martin, Chris Sotomayor, Dean White und Frank William.

Man erkennt schon anhand dieser sehr langen Auflistung von Künstlern, dass dieses Paperback randvoll mit diversester Comic-Kunst ist. Es ist stilistisch abwechslungsreich und präsentiert auf eindrucksvolle Weise, welche künstlerischen Wege die aktuelle Zeit nimmt. Darin enthalten sind: A.X.E.: Avengers 1, A.X.E.: Death to the Mutants 1-3, Eternals 1, Iron Fist 1, Starfox 1, X-Men 1

Tod allen Mutanten

Copyright: Panini

Vorab sollte man unbedingt das redaktionelle Vorwort lesen. Viele Male schon hat Christian Endres umfangreich recherchiert und knackig formuliert, wie der aktuelle Stand eines jeweiligen Comic-Kosmos ist. Schade, dass diese Ausgabe schon vor der Veröffentlichung der nun bereits verfügbaren 4 Hefte erschien. Die Lektüre des redaktionellen Texts zum Verständnis dieser Ausgabe ist ohne Kenntnis um die Geschehnisse der Hefte zwingend nötig.

In diesen acht Heften des Paperbacks erleben wir die Perspektiven der Eternals, Avengers, X-Men, Iron Fist und des Bruders Thanos Starfox alias Eros. Gemeinsam oder in einzelnen Fraktionen stellen sie sich einer Bedrohung, die ein gemischtes Team aus Avengers, X-Men und Eternals selbst schuf. Kurz zur Vorgeschichte.

Die Mutanten haben einen Weg gefunden die Unsterblichkeit zu erlangen. Die Eternals, dies sagt ihr Name ja bereits, sind auch seit der Ewigkeit auf der Erde. Einer der niederträchtigsten Eternals gönnt es den Mutanten nicht und schickt eine Fraktion Eternals auf die Mutanten los. Dem „Programm“ der Eternals zu Folge sind die Mutanten nämlich Abweichungen vom Menschen, somit als Deviants zu klassifizieren. Auf besagte Deviants reagieren die Ewigen wie Haie auf Blut, sie jagen und töten.

Copyright: Panini

Dies führt dazu, dass die Avengers zu Hilfe eilen und sich somit in einen globalen Konflikt reinziehen lassen. Ihre Lösung unter Tony Stark und mit Hilfe des neurotischen Wissenschaftlers Mr. Sinister ist die Kreation eines eigenen Riesen als Verteidigungsmaßnahme. Sie benützten sich des verstorbenen Körpers des Celestials, der bis dato das aktuelle Hauptquartier der Avengers am Nordpol war. Doch natürlich läuft alles aus dem Ruder und der künstlich erwecke Celestial Progenitor geht seiner eigenen Agenda nach. Er gibt allen Lebewesen der Erde eine Frist von 24 Stunden um über sie zu richten. Genau das erleben wir in diesem Comic in vielen Facetten aus der jeweiligen Perspektive eines oder mehrerer Helden.

Visuelle und inhaltliche Vielfalt

Dieses Paperback ist randvoll mit aktuell aufsteigenden Sternchen der Comic-Kunst. Viele der hierin vertretenen Künstler haben sich in anderen Events und namenhaften Reihen ins Rampenlicht gezeichnet. Man kann in diesem Heft Stile entdecken, die an eine Fusion aus Manga und US-Comics denken lassen oder Panels die düster und dicht an Struktur sind und Erinnerungen an so manchen DC-Comic wecken. Immer wieder spielt die Erzählstruktur, wie auch die Illustration mit Illusionen und Träumen. Die visuelle Umsetzung dieser Szenen ist mehrheitlich sehr gelungen und erzeugt eine

Man braucht Vorwissen
„A.X.E. Tag der Entscheidung - Tod allen Mutanten“ ist teilweise psychologisch, surreal und stellt moralische Fragen der Schuld und Vergebung. Hingegen dieser guten Vorraussetzungen für einen sehr guten Comic, kann man dieser Anthologie aus anscheinend lose zusammenhängenden Heften leider keinen sonderlich großen Effekt anrechnen. Die Geschichten verpuffen nach weniger Zeit im Ewigen und es bleibt leider wenig hängen. Außerdem ist es schwer zu folgen, wenn man nicht bereits die Heft zum Event gelesen hat. Es ist ein Sonderband, als Zusatz zu verstehen, also nicht alleinstehend. Jedoch ist die visuelle Vielfalt sehr ansehnlich und unterhaltend.
Pro
schöne, diverse Zeichnungen
vielfältiger Einblick in aktuelle Stile
Kontra
gänzlich ungeeignet für Quereinsteiger
Fülle an Figuren und Referenzen kann überfordern
6

Lars Hünerfürst

Minimalistisch und musikalischer Comic Enthusiast - lief zu Fuß von Berlin nach Paris.

3 Comments

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