X-Men: Red 1 – Die Mars-Chroniken

23. Oktober 2022
2 Minuten gelesen

Die X-Men sind im Begriff, einen weiteren Neustart zu durchleben. Nach der Hickman-Ära und vielen neuen Gegebenheiten in der Welt der Mutanten, beginnt nun ein beschleunigter Weg auf ein mehrere Helden umspannendes Event. Ein wichtiger Teil davon beginnt hier in „X-Men: Red 1 – Die Mars-Chroniken“. Im Rahmen des „A.X.E.“ treffen Avengers, X-Men und Eternals aufeinander. So auch schon in dieser Ausgabe, denn das letzte Kapitel ist schon Teil dieses Events und kann einiges vorwegnehmen. Also Spoilergefahr auf eigenes Risiko.

Der Autor dieser auf dem Mars bzw. nun Arakko spielenden Auskopplung ist Al Ewing. Bis auf ein Heft hat Stefano Caselli gezeichnet. Juan Cabal, Andrés Genolet und Michael Sta. Maria beenden die Kontinuität dieser ersten Ausgabe, worauf dann besagter Tie-In des A.X.E.-Events folgt. Im Paperback veröffentlicht, erhält man diese Ausgabe bei Panini.

Neue Umgebung, alte Freunde

Die Gesellschaft auf dem Mars, nun von Mutanten besiedelt und mit dem neuen Namen Arakko betitelt, findet sich erst. Der Rat „Großer Ring“ wird von Mutanten der bisher verstoßenen Arakkos besetzt und ist kaum vergleichbar mit dem Stillen Konzil Krakoas. Wäre dort nicht Storm alias Ororo Monroe, die als Omega-Mutant ihren Weg bis an die Spitze des Rats gekämpft hat. Sie ist nun die Anführerin des sich neu formierenden Planeten und seiner Gesellschaft mit allen positiven und negativen Auswirkungen.

Ein weiterer Omega-Mutant der Erde hat sich von Krakoa abgewandt. Magneto selbst, der Mitbegründer und Konspirant der Verschwörung um Moira McTaggert, zog Konsequenzen aus seinen Taten. Er räumte seinen Posten im Stillen Konzil und zog nach Arakko um. Dort trifft er bei der Ankunft einen ominösen, anscheinend mächtigen Mann, den die Leute den Fischerkönig nennen. Mit seiner Ankunft steht nun ein weiterer sehr mächtiger Mutant auf der Seite der Anführerin Storm. Diese kann sie auch gebrauchen, denn es entstehen weitere Konflikte aus Intrigen. Die S.W.O.R.D. Agentin Abigail Brand spielt ein doppeltes Spiel. Sie drängt Ororo dazu, ein eigenes Einsatzteam zu gründen, als Gegenbewegung zu dem von ihr gegründeten Team. So schlichten Ororo und Magneto mit ihren Kollegen bereits gröbere Konflikte und halten Bedrohung von Arakko erfolgreich fern.

Unter den Gesetzmäßigkeiten der Arakko gilt das Gesetz des Blutes, des Kampfes und des Todes. Es verwundert also nicht, dass Isca die Unbesiegte (ihre Fähigkeit ist es, nie zu verlieren) gegen Storm agiert, sie als unrechtmäßige Herrscherin erachtet. Als dann auch noch Tarn, als Mitglied des Großen Rings, die Aufforderung von Magneto annimmt, um den besetzten Posten zu kämpfen, gerät die Situation scheinbar außer Kontrolle. Isca wird vom charmanten Sunspot reingelegt und begünstigt so den Tod des Verteidigers. Magneto bekleidet nun den Sitz des Verlusts. Dies wird bereits einige Seiten später wichtig, doch soll nun an dieser Stelle nichts vorausgenommen werden.

Die gewohnt schone Mutanten-Asthekit

Der von Stefano Caselli dominierte Look ist wie man es von den Mutanten-Storys mittlerweile gewohnt ist: Hochwertig, glatt, reich an Details, voller Struktur und kontrastreich in seiner farblichen Gestaltung.

Die Kolorierung wird hauptsächlich von Federico Blee ausgearbeitet und besticht durch starke Kontraste und die Betonung großer Posen. Viele der dynamischen Perspektiven und lebendigen Hintergründe kommen knackig und frisch daher. Dank der sehr gut getroffenen Expressionen der Figuren, gelingt die Lektüre fast ohne Text, um zu verstehen, was gerade passiert. Dies gelingt nicht nur Caselli besonders gut, denn auch die Künstler Juan Cabal, Andrés Genolet und Michael Sta. Maria zeigen in ihrem gemeinsamen vierten Heft, dass sie wohl noch viele weitere Zeichnungen für Marvel gestalten werden.

Diese erste Ausgabe macht allein visuell sehr viel Spaß und bestätigt den Eindruck, den die vorigen „X-Men“-Titel schon zugrunde legten.

Fazit
„X-Men: Red 1 – Die Mars-Chroniken“ führt mit gewitzten Dialogen, spannender Polit-Intrige und tollen Zeichnungen fort, was die vorigen Mutanten-Comics begannen. In neuem Setting, neuen gesellschaftlichen Gegebenheiten, einem anstehenden großen Konflikt und einer konsequenten Weiterführung der Frage um die Sterblichkeit der Mutanten wird auch in diesem Titel nicht mit Themen gespart. Das Duo Storm und Magneto sind zudem einfach fantastisch und bringen ordentlich Schwung in diese Geschichte.
Pro
Fesselnde politische Intrigen auf dem Mars, dynamische Kunst von Stefano Caselli und seinem Team, faszinierende Erkundung der Entwicklung der Mutantengesellschaft.
Kontra
Für die Veranstaltung ist möglicherweise zusätzlicher Kontext erforderlich.
9.2

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Über den Autor

Lars Hünerfürst

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