Gedanken zum Jahreswechsel von Annegret – zwischen Vollzeitmutter und Auswandern

Schon vor einem guten Jahr habe ich beschlossen, mir keine Vorsätze zu machen, um in das neue Jahr zu starten, sondern mir meine persönlichen Highlights des vergangenen Jahres aufzulisten. Hier also, was ich persönlich im Jahr 2022 erreicht habe.

Tschüss Windeln

Ich würde fast behaupten, dass dies mein Highlight Nummer eins ist im Jahr 2022. Schon im Jahr 2021 hatten wir ein Töpfchen zu Hause und in der Kita hat Florentine begonnen, die Toiletten zu nutzen. Vorbereitet waren wir allemal. Dann kam am Ende des Jahres 2021 der große Umzug und das Thema Töpfchen verschwand komplett aus unseren Köpfen. Im Januar fingen dann aber die Gedanken an, Florentine wird bald 4, jetzt müssten wir aber langsam mal anfangen usw. Von Freunden hier in D.C. haben wir dann ein Töpfchen bekommen, was Spülgeräusche macht und Elmo aus der Sesamstraße drauf hat. Ein guter Anfang. Irgendwann im Frühsommer aber habe ich es mir dann zur Aufgabe gemacht und Florentine die Windel einfach nicht mehr angezogen. Trotz Wiederspruch haben wir es mit nur einem „Unfall“ dann innerhalb von zwei Tagen geschafft und Florentine geht seit dem selbstständig auf die Toilette. Bei Atticus war das etwas schwerer. Im September sollte die Schule beginnen und es ist vorausgesetzt, dass die Kinder windelfrei sind. Der Druck war also plötzlich extrem hoch und wir haben auch bei ihm im August dann einfach die Windel weggelassen. Viele Unfälle, ein 7-tägiger Urlaub mit vielen Ausflügen und viele, viele Waschmaschinen später haben wir auch das bewältigt. Heute haben wir nur noch einen kleineren Toilettensitz als einzige Hilfe im Haus. Und die Erleichterung ist groß! Hätte die Schule uns nicht unter Druck gesetzt wäre Atticus noch heute in Windeln unterwegs.

Adieu Nuckel

Ähnlich wie mit den Windeln ging es uns mit den Nuckeln. Den ganzen Tag hatte Florentine das Bedürfnis einen Nuckel zu tragen. Ob es nun beim Spielen war, beim Kinderserie gucken oder Schlafen, immer war der Nuckel dabei. Ich habe es immer wieder probiert und gesagt, den Nuckel gibt es nur beim Schlafen aber solange der Nuckel da war, fiel sie schnell wieder in alte Gewohnheiten. Irgendwann also mussten wir die Nuckel loswerden, wichtig aber, mit dem Einverständnis der Kinder. Das Einverständnis gab es dann, als ich den Kindern gesagt habe, wenn das alles gut klappt, bringt der Weihnachtsmann euch ein Geschenk, was ihr euch aussuchen dürft. Zack, Erlaubnis da und die Nuckel sind mit Oma im Gepäck nach Deutschland mitgeflogen. Seit dem klappt es erstaunlich gut ohne Nuckel.

Vollzeitmama und Schulbeginn

Natürlich ist das gesamte Jahr für uns ein riesiges Accomplishment. Besonders schwer aber fiel mir die Zeit, acht Monate die Kinder zu Hause zu haben ohne Hilfe von Familie oder Spielpartner für die Kinder. Es gab Tage, an denen sind wir nicht raus gegangen, Tage, an denen gab es sehr viel Kinderserie vor dem Tablet und Süßkram. Aber wir haben es gemeistert. Und ebenso den Start in einer neuen Schule, wo wir niemanden kannten. Wenn ich auf diese Zeit zurück blicke, kann ich mit stolz sagen, wir haben es geschafft.

Die elendige Qual des Gewichts

Leider kann ich nicht einfach sagen, ich bin happy mit meinem Körper so wie er ist. Daher ist es mir wichtig, eine gewisse Zahl auf der Waage beizubehalten. Am Anfang des Jahres war das sehr einfach für mich, mit dem ganzen Umzugswahn. Dann aber hat sich der Alltag eingeschlichen und die fehlende Arbeit und nicht vorhandene Freizeit haben sich bemerkbar gemacht. Über den Frühling und Sommer hinweg habe ich 7kg zugenommen. Als ich dann im Herbst keine passenden Hosen mehr im Schrank hatte, hat es Klick gemacht. Seit dem wird fleißig Sport gemacht und sich bewusster ernährt und ich kann mit dem abschließenden Jahr sagen, alles ist wieder weg. Die Hosen passen alle wieder hervorragend und ich fühle mich wohler. So soll es bitte im nächsten Jahr bleiben. Toi Toi Toi.

Bildung in kleinen Dosen

Die Tatsache, dass wir uns im politischen Zentrum der USA befinden und dass Nils sehr viel mit News dienstlich zu tun hat, hat mein Interesse für die hiesige Politik geweckt. Dank der Washington Post habe ich mich also in den letzten Monaten gut belesen und alles über die Midterms, das January 6th hearing und die ganze Aufregung um die Roe vs. Wade verfolgt. Auch die kleinpolitischen Themen über den District und auch über unseren Bezirk habe ich verfolgt und so viel lernen können. Auch wenn mich das nicht weiter bringt und ich ja eh nicht wählen darf, es tut gut, auch was für den Kopf zu tun.

Annegret Hünerfürst

Geboren in der selben Woche, in der die erste Website online kam - gelernte Diätassistentin und Mutter von zwei Kindern

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