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Lost Ember – Grau und trister Walking-Simulator aus Hamburg

Durch einer der ersten Folgen von Game Two, hier der YouTube-Direktlink, hatte ich zuerst von Lost Ember gehört. Das durchweg sehr sympathische und bodenständige Entwicklerteam hatte mich mit ihrer leicht naiven und jungen Art sofort abgeholt. Endlich mal wieder Spieleentwickler mit Gesichtern und eigenen Stimmen. Aber natürlich auch Ängsten und Unsicherheiten. Heutzutage, und das haben Maik und ich in Folge 3 des Redseligcasts von den Bootsmännern erfahren, hat fast jeder Gamer, wenn auch nur ganz kurz, den Traum gehabt, ein eigenes Spiel zu entwickeln.

Und auch die kleine Gruppe von Mooneye’s Studios hatten diesen Traum und haben damals im Jahr 2016 ihre Kickstarter Kampagne an den Start gebracht. Mit ersten bewegten Szenen, die im Vergleich zum fertigen Spiel leider ein Grafikdowngrade erhalten haben, brachte man es auf phänomenale 326.103 €. Egal wie schlecht oder gut das fertige Spiel nun geworden ist, auf solche Zahlen kann man mehr als Stolz sein.

Und wann konnten die 7.734 Geldgeber das Spiel herunterladen? Mehr als drei Jahre später. Für das kleine Entwicklerteam hatte es mehr als fünf Jahre gekostet. Auch hier waren die Jungs und Mädels von Game Two in den Räumen von Mooneye und haben die letzten Minuten dokumentiert. Wenn ich mir das anschaue, ist es weitaus anstregender als ich es mir je vorgestellt habe, ein Spiel für bezahlte Endkunden zu programmieren und diese nicht warten zu lassen.

Und wie ist das Spiel nun? A Story-driven Exploration Adventure, so hatte Entwickler Mooneye das Spiel auf Kickstarter im Titel zusammengefasst. Mehr ist es auch nicht geworden. Gameplay existiert aber nur zum Mittel des zwecks. Der Hautpkern, das switchen der Tiere, funktioniert und die kleinen einzigartigen Methoden der Fortbewegung, die zum voran kommen in der Geschichte unabdingbar sind, wiederholen sich leider sehr schnell. Eine längst vergessene Welt einer ausgestorbenen Zivilisation gilt es zu erkunden. Warum und wieso ist sie ausgestorben? Lost Ember lässt beim Erreichen des Abspanns keine Fragen unbeantwortet. Aber so wirklich tangiert hat es mich dann auch nicht.

Lost Ember für Steam
Spielbarer Prototyp
Man merkt, es war kein riesiges Studio im Hintergrund an der Arbeit. Extra Bonus gibt es natürlich genau für diesen Fakt. Eine Handvoll engagierter Entwickler und Spieleliebhaber zeigen mit Lost Ember ihre Zukunftsvision kommender Projekte.
Pro
Teils wunderschöne Welt
Emotionale Story mit kleineren Twists
Kontra
Einige Kapitel Neustarts aufgrund von Bugs waren nötig
Spielerischer Anspruch = 0
4
Schade

Nils Hünerfürst

Männlich - 30 Jahre alt - Mediengestalter für Bild und Ton - und Hünerfürst ist mein Nachname

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